ST-Computer

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns das erste Spiel eines jungen deutschen Softwarehauses namens Thalion Software. Warp heißt das Meisterwerk, das über die besten Sounds verfügt, die ich jemals auf dem ST gehört habe. ST-Soundspezialist Jochen Hippel hat den ST ganz schön gekitzelt. Die Grafik bei dem Ballerspiel mit strategischen Elementen weiß ebenfalls zu begeistern: Topprogrammiertes Acht-Wege-Scrolling zieht jedem Freak die Turnschuhe aus. Ausführlicher Test vielleicht in einer der nächsten Ausgaben.

 

ASM (Atari ST Review)

Es ist soweit, das erste komplett fertige Produkt der Gütersloher Company Thalion ist bei uns eingetroffen! Es heisst Warp und ist ein in 16 (!) Richtungen scrollendes Action-Spiel mit Strategietouch, in dem auch geballert werden darf (muss). In diesem Spiel müsst Ihr zehn Planeten von so genannten Anti-Warp-Generatoren befreien, um die Erde zu retten. Denn die Myrons (das sind die Bösen) haben die Erde mit einem vernichtenden Energieschleier versehen. Dieses Energiefeld kann aber nur von einer bestimmten Rasse ausgeschaltet werden, nämlich von den Gal'rhim (das sind die Guten). Ihr müsst, bevor Ihr dieses Volk erreicht, zehn Planeten von sogenannten Anti-Warp-Generatoren befreien. Doch ist das alles nicht so einfach wie es klingt, denn diese Anti-Warp-Generatoren sind von Kraftwerken umgeben, die Ihr zerstören müsst, um an den Generator zu gelangen. Natürlich hindern Euch noch 'ne ganze Menge andere Aliens an Eurem Vorhaben. Aber da lhr ja gerade eben das schnellste und am besten ausgestattetste Raumschiff der Galaxis geklaut habt, werdet Ihr es mit viel technischem Geschick schon schaffen.

Viel mehr gibt es eigentlich nicht über die grundsätzlichen Dinge von Warp zu sagen. Wenden wir uns jetzt der technischen Seite zu: Wir haben ja, wie oben ersichtlich ist, die Atari ST-Version von Warp vorliegen. Diese umfasst zwei Disketten und ist komplett in Deutsch verfasst - eine englische Version gibt's natürlich auch. Kurz nach dem Einlegen der Diskette erscheint ein Vorspann, und es ist mit Sicherheit einer der besten dieser Art: Das Thalion-Logo baut sich langsam auf, während ein von Jochen Hippel programmierter Sound spielt, der alles bisher Dagewesene schlägt. Aber wir wollen ja Warp beschreiben und nicht den Vorspann, gelle?

Wie gesagt, bei Warp scrollt ein beachtlicher Teil des Bildschirms absolut ruckelfrei in 16 Richtungen, und es scheint, als ob der ST nie etwas anderes getan hat. Auch soundmäßig holen die Jungs das Letzte aus der Kiste raus. Der vierstimmige Digisound und auch die gut komponierte Musik beweisen wieder einmal, was deutsche Programmierer zu leisten imstande sind. Doch auch spielerisch konnte Warp vollauf überzeugen, denn diese technische Perfektion (schwärm) in Zusammenarbeit mit dem hervorragend in Szene gesetzten Gameplay machen Warp zu einem einmaligen Spielerlebnis. Besondere Freude bereitete mir das eigene Ableben, denn es wurde eine fantastische The-End-Routine eingebaut, in der die Buchstaben 3D-mäßig entgegenkommen, während ein spritziger Sound erklingt. Ich kann Holger Floettmann und Co. zu ihrem ersten Produkt nur beglückwünschen: Mit Warp habt lhr den Durchbruch ins harte und manchmal ungerechte Softwaregeschäft endgültig geschafft! Ich wünsch' Euch weiterhin viel Erfolg!

Torsten Oppermann

ASM (Amiga-Konvertierung)

Mensch, wie die Zeit vergeht! Haben wir doch gerade erst die Atari ST-Version von Warp vorgestellt, und schon befindet sich die Amiga-Fassung auf meinem Schreibtisch. Kaum zu glauben, dass mittlerweile ein knappes Jahr vergangen ist. Der Distributor von Thalion, Ariolasoft, hielt Warp (ST und Amiga) nämlich aus marketingstrategischen Gründen (klingt gut, überzeugt mich aber nicht) bis zum heutigen Zeitpunkt zurück.

Für die Vergesslichen (kein Wunder, nach so langer Zeit) unter Euch hier nochmal ein paar Worte (schwall, schwall) zur Story: Du hast gerade die Sunburst, ein supermodernes Raumschiff, gezockt und lachst Dir eins ins Fäustchen. Plötzlich siehst Du einen seltsamen Schleier, der die Erde umhüllt. Durch diesen können weder Raumschiffe noch Sonnenstrahlen etc. hindurchgelangen, was die Vernichtung der menschlichen Rasse bedeuten würde. Das kannst Du natürlich nicht mitansehen, doch um die Erde zu retten, müssen zehn Planeten von AntiWarp-Generatoren befreit werden. Und um diese Sache dreht sich alles bei Warp. Man sieht den Planeten aus der Draufsicht und steuert das äußerst wendige Raumschiff mittels Joystick. Ein Haufen wildgewordener Aliens versucht uns vom Zerstören des Generators abzuhalten. Auffällig ist das flüssige 16(!)-Wege-Scrolling, das man vorher schon auf dem ST begutachten durfte. Geändert haben sich gegenüber der ST-Fassung eigentlich nur der Sound und der Preis (jetzt 85 Steine!!!). Alle FX wurden gesampled und machen einen Amiga-mäßig guten Eindruck. Die Musi besteht aus Digi-Instrumenten (wie beim ST), kommt aber jetzt klarer und in Stereo aus dem Speaker. Alles in allem also eine gelungene Konvertierung.

Torsten Oppermann

Power Play

Die Myrons, eine fiese Roboterrasse, haben über Nacht einen Energieschirm um die Erde gelegt. Der Schirm soll eine Klimakatastrophe auslösen und alles Leben vernichten. Das können Sie natürlich nicht zulassen. Um den Energieschirm zu vernichten, müssen Sie sich zu den besten Technikern der Galaxis durchschlagen. Nur diese sind in der Lage, den Schirm wieder abzuschalten. Zwischen Ihnen und den Technikern liegen aber zehn Planeten, die von den Myrons besetzt sind. Sie fliegen über die Oberfläche der Planeten und müssen erst spezielle Generatoren zerstören, um dann zur nächsten Welt zu gelangen. Ihnen stehen dazu zwei verschieden starke Laser zur Verfügung. Aber Vorsicht, nur einfach drauflosballern reicht nicht, denn erst müssen die Anlagen gefunden werden.

Die Planetenoberflächen sind gespickt mit Verteidigungsanlagen, Gebäuden und speziellen Einrichtungen, an denen Sie Energie für Ihr Raumschiff abzapfen, oder sich eine Übersichtskarte des Geländes zeigen lassen können. Wenn der Hauptgenerator des Planeten zerstört ist, geht es mit einer rasanten Tunnelfahrt zur nächsten Welt weiter.

Warp ist das erste Spiel des neuen deutschen Softwarehauses Thalion und erscheint in einer komplett deutschen Version. Ein Spielstand kann gespeichert werden.

Technisch ist Warp wirklich sehr gut gelungen. Butterweiches, schnelles Scrolling in alle Richtungen, eine exakte Steuerung und bunte, fein gezeichnete Grafiken zeichnen dieses Programm aus. Leider ist der Spielwitz zu kurz gekommen. Bei Warp hat man versucht, möglichst viele Spielarten unter einen Hut zu bringen. Der Brei aus Action, Strategie und Geschicklichkeit gibt nicht allzuviel her. Man fliegt umher, schießt auf Aliens, tankt ab und an mal, und orientiert sich auf der Karte. Wenn man bei Warp etwas mehr Wert auf das Spielprinzip als auf technischen Schnickschnack gelegt hätte, wäre daraus ein gutes Programm geworden. So reicht es nur zu einem gepflegten "Geht so".

mh

Power Play (Amiga-Konvertierung)

Fast ein Jahr hat die Umsetzung von Warp auf den Amiga gedauert. Am etwas konfusen Action-Strategie-Mischmasch hat sich gegenüber der Atari ST-Version nichts geändert. Die Grafik ist ebenfalls gleich geblieben. Nur der Sound wurde ordentlich aufgebohrt. Technisch gibts an Warp sicher nichts auszusetzen, aber spielerisch bietet dieses Programm biedere Hausmannskost. Außerdem finde ich rund 85 Mark für so ein Ballerspiel ganz schön happig.

mh

Hitdisk

Na, so alt ist unser Oldie auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass er vor wenigen Monaten erst in England erschienen ist. Diesmal handelt es sich um das Erstlingswerk von Thalion Software aus Gütersloh, Warp.

Sie sind ein vom Glück verlassener Glücksritter und klauen in der Verzweiflung einen Prototypen eines neuen Raumschiffes. Als sie sich jedoch auf den Weg in die Weiten des Weltraums machen merken Sie, dass eine fremde Macht die Erde bedroht, indem sie einen Hitzeschirm über die Erde aufbaut. Sie müssen eine andere Galaxy um Hilfe bitten. Dabei stören aber zehn Planeten, die schon von den Gegnern eingenommen wurden. Auf diesen sind nämlich Antiwarp-Generatoren installiert, die unsere Reise immmer wieder unterbrechen. Na klar, die Antiwarp-Stationen müssen natürlich zerstört werden, um von Level zu Level zu gelangen.

Sie steuern Ihr Raumschiff über die Planetenoberfläche, um die vorhandenen Kraftwerke zu vernichten. Dabei werden Sie von unzähligen Bodeneinrichtungen wie Sperranlagen, verschiedenen Geschütztürmen, Kraftfeldern, Ablenkeineinrichtungen, u.v.a. mehr gehindert. Einige können zerstört werden, andere jedoch nicht. So muss man aufpassen, um nicht an irgendeiner Sperranlage ein Leben zu lassen. Lästig sind auch die gegnerischen Raumschiffe, die andauernd Angriffe starten. Um die Angriffe zu unterbinden, muss man die Startrampen finden und vernichten. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Mit links/ rechts kann man das Schiff drehen und wenn man den Stick nach hinten/ vorne drückt, wird Gas gegeben bzw. gebremst. Hin und wieder kann man auch "Tankstellen" finden, wo unser Raumschiff wieder Energie tanken kann. Die Energie wird zuerst in den Hauptspeicher geladen. Dann kann man sie mit einem Druck auf die Return-Taste auf die Schutzschirme, Laser, Motoren und Blaster verteilen. Wenn die Motoren oder die Schirme keinen Saft mehr haben, ist ein Leben verloren gegangen.

Fliegt man über eine weitere Station, kann man eine Karte des Planeten sehen. So wird die Suche nach den Kraftwerken, Energiestationen und dem Antiwarp-Generator erleichtert. Hat man nun alle Kraftwerke und Stationen zerstört, ist der Weg in den Warptunnel frei. Sie müssen nun das Raumschiff möglichst schnell, durch den 3D-Tunnel fliegen. Am besten ohne Kollision mit den Wänden, denn dann gibts Extrapunkte. Nach jedem Warptunnelflug kann man für 2500 Punkte den Spielstand absaven. Leider muss man dazu die Orginaldiskette verwenden, was viele User abschrecken wird, dies zu tun.

Zehn Level mit verschiedener Grafik müssen durchkämpft werden, bis die Erde befreit ist. Das Geschehen auf den Planeten wird mit einer Draufsicht in Szene gesetzt. Um das eigentliche Sichtfeld sind alle Anzeigen angebracht. Alle Anzeigen sind sehr gut gezeichnet, und wurden übersichtlich plaziert. Das 16-Wege-Scrolling ist butterweich, es gibt kein Ruckeln. Es müssen jedoch Abstriche gemacht werden. Die Hintergrundgrafik hat nur vier Farben, um das weiche Scrolling zu ermöglichen. Grafiker Erik Simon hat für jeden Level trotzdem sehr gute Grafiken gezeichnet. Die Sprites sind etwas klein geraten, aber sie sind nett gemalt. Sehr schön sind auch die vielen Effekte, die beim schon bekannten Thalion-Vorspann, bei der Highscoreliste und dem Diskettenwechsel verwendet werden. Auch der Sound von Jochen Hippel ist sehr gut gelungen, es gibt verschiedene Musikstücke während des Spiels und am Beginn ein Digistück.

Leider ist die Kollisionabfrage etwas fehlerhaft und der Wechsel der beiden Disketten scheint auch etwas sinnlos - nach jedem Spiel wird das ganze Programm (ohne Thalion-Intro) neu geladen.

Warp ist kein reines Ballergame, es ist auch Geschick und etwas Adventuregeist erforderlich. Für Spieler die nur gerne Ballern ist Warp eigentlich nichts.

 

It might be nice to know that, in fact, this entire review was not even processed on my good old Atari ST but on one of my recently acquired new gadgets: A Z88 laptop computer. This laptop computer is a mere integral part of what Stefan and myself are going to do in the summer of this year - something that we're not yet willing to tell you because we want it to strike you like thunder from clear sky (and don't you worry - it will!). So I will not talk further about this miraculous piece of machinery, since I want to do that in a separate review in this issue of ST NEWS. Where were we? Ah. The "Warp" review.

When I received this new game from a relatively unknown software company in Germany called Thalion, I already had an idea of how impressive it was going to be. For I knew that some of the people behind "To be on Top" had cooperated with this release - the graphic artist and the music programmer, to be more precise. "Warp" continues where 1987's "Space Pilot" left off. For starters, it features perfectly smooth scrolling in 16 directions! OK, only the middle section of the screen (let's say over half of it) is used, but I had not seen a game featuring this kind of scrolling quality before anywhere. So one can say I was quite impressed.

It all starts with the intro. After booting the first disk and waiting a couple of seconds, a beautifully painted background appears with droplets of some liquid sliding down over it. Mark my words: It is hard to believe, but this can really be mistaken for the real thing! I happen to know the graphic artist personally and I know that rounded objects are his speciality, but I was astounded by this presentation of sheer artists' craftsmanship! And the astonished beholder has not yet seen the best of it: A couple of seconds later, a logo of Thalion software appears that is written over a stunningly realistic 3D piece of metal-like shape. Its gleam is strikingly realistic, and I had immediate problems holding my lower jaw attached to the rest of my skull. Did I start to drool or was all that sudden humidity pouring down my sweater from the corners of my mouth just my imagination? No. It wasn't. I was drooling - quite violently, as a matter of fact. After a while - the while that was needed to fetch a towel - I managed to smash a key on my keyboard - the game proceeded loading.

After a nice intro picture and a very nice introductory screen (with the credits, nice graphics tricks and digital music), I pressed fire and a whole lotta rasters flew across the screen with a drawn disk that bumped up and down - could I please insert the second disk - disk B? I could, so I did. Another mass of coloury rasters flashed across my screen, a mere couple of seconds after which I saw the start-up screen. Ready or not; now I had to fight my way through all the levels (10, I think it were).

Yeah. "Warp" is just like good old "Space Pilot" but with infinitely better scrolling (in all directions, like I already said before), excellent music (guess who did it...who else could it have been than the best music programmer currently working on the ST?), and simply breathtaking graphics in an enormous variety. The enemies are far better drawn and are more varied, and there are a number of static as well as a number of animating objects on the ground that try to eat you, speed you up, turn you around, supply you with an area map, give you extra points or more such. There's a whole lotta unsuspected extras in this game, and that I think increases its lasting appeal to heights never before reached by a game like "Space Pilot" before (bear in mind that I used to play this old game for hours!). In between the levels, there are warp tunnels that are incredibly realistic (although you have to get used to the pilot controls), and that are featured in many, many colours. This creates a very psychedelic effect, that I thought to be impossible on the ST. Truly, these guys push the ST to its limits! Of course, I finished the game that very evening. One only has to destroy an enormous number of power stations on all the levels (where you'll notice that each level is quite a complicated maze as well!), which actually is a piece of cake when the programmers explain you how to make trainer of the game (try pressing some keys; they made me swear upon the Creatress of the Divine Dessert not to tell you what it is). Here we come upon the main disadvantage of "Warp": It's very difficult (at least, it is for me). But I suppose this is to some people only an advantage. The graphics are different on each level and there are some pretty mindcompressingly impressive backgrounds; this will keep you going for a long while. And when you have eventually managed to finish it, you will be treated to a very nice "grand finale" screen, that might look a teeny weeny bit familiar to you if you have ever completed the magnificent game "Raid on Bungeling Bay" on the Commodore 64.

Concluding: "Warp" is, just like "To be on Top" (reviewed in ST NEWS Volume 3 Issue 7), a game of premium excellence in its class. I think the competition will need to program very hard to equal this achievement - let alone beat it! Again, I can only say that the guys behind this game (Michael Bittner being the main codeing man) deserve to become millionaires. They deserve to spend a couple of months a year with their bums in the sun of Tahiti or the Bahamas - which is no doubt where they'll end up if they continue programming like this.

"Warp" is superb! Get it! Buy it! And do not copy it illegally (for my opinion about people that copy software illegally, please refer to the article about software piracy in this issue of ST NEWS ).

Richard Karsmakers

AMIGA Joker

Ballerspiele für den Amiga gibt es heutzutage wie Sand am Meer; nichtsdestotrotz hat Thalion (glänzte bereits mit "The Chambers of Shaolin") jetzt ein weiteres Shoot'em up für unsere "Freundin" herausgebracht.

Die Wahnsinnsstory: Todesmutiger Pilot muss zehn Level lang Anti-Warp-Generatoren vernichten, um, na ihr wisst schon, mal wieder die gute alte Erde zu retten! Leider ist das Spiel auch nicht besser als die Vorgeschichte: Ein mickriger Flieger saust über einer eintönigen Planetenoberfläche dahin und wird nur alle Ewigkeiten mal von einem Gegner gestört. Die zehn Sonnensysteme/ Level sind sehr, sehr ähnlich, und die kurzen Ausflüge durch einen Zeittunnel bringen statt der ersehnten Abwechslung nur noch mehr Langeweile. Wer unbedingt mag, kann am Ende eines solchen Warp-Tunnels den Spielstand abspeichern, was allerdings satte 2.500 Punkte vom heldenhaft erkämpften Score kostet.

Zu sehen ist das Geschehen stets aus der Vogelperspektive, wobei der Bildausschnitt unverständlicherweise durch riesige Energieanzeigen geschmälert wird. Zudem hat man den PAL-Screen nicht voll ausgenutzt, was aber gerade hier für mehr Übersicht gesorgt hätte. Die Steuerung könnte auch besser sein - das einzig Positive an dem Game sind eigentlich nur der Sound von Jochen Hippel und die deutsche Anleitung nebst Poster. Aber das reicht natürlich hinten und vorne nicht, um den Preis von fast 60,- DM zu rechtfertigen!

(mm)

Joystick

Thalion Software präsentiert WARP!

Mit Thalion Software hat sich ein weiteres deutsches Softwarehaus gegründet. Dieses setzt sich aus ehemaligen Mitarbeitern der Firmen Digital Artwork und Rainbow Arts zusammen. Bereits am ersten Produkt kann man sehen, dass es sich um ein Softwareteam handelt, welches sich auf den Maschinen, die es programmiert, auskennt. Warp ist ein 16-Wege-direktionalscrollendes Shoot'em Up auf dem Atari ST. Von der technischen Seite her ist dieses Spiel eine Sensation, da es Dinge produziert, die offiziell auf dem Atari ST nicht möglich sind. Das Scrolling ist butterweich und reicht von kriechend langsam bis zu superschnell. Spielerisch ist es nicht zu verachten, da hier nicht nur geschossen wird, sondern man sollte auch etwas nachdenken.

Weitere angekündigte Produkte sind Dragonflight (ein Rollenspiel), Seven Gates of Jambala ("Jump and Run, aber doch nicht so richtig Jump and Run" so die Aussage eines Thalion-Mitarbeiters) und Leavin' Teramis (Flucht aus einer Raumstation). Wir werden an dieser neuen Firma dranbleiben und Sie natürlich über neue Produkte unterrichten.


Die rote Flut
Da hat sich doch mal wieder einer einen Feiertag zunutze gemacht, um einen Coup zu landen. Dieser jemand heißt Kelly. Er hat am Jahrestag zur Gründung der geeinten Weltregierung (irgendwann in der Zukunft) ein neues Superraumschiff gestohlen. Dies Raumschiff, welches den Namen "SUNBURST" trägt, ist ein Prototyp der neuen irdischen Flotte. Noch während Kelly sich freut, stellt er fest, dass die Erde in Gefahr ist, denn auf seinem Videoschirm verfärbt sich der blaue Planet langsam in einen roten Planeten. Wie kommt das nun? Das Volk der Galrhimm hat einen Feldgenerator entwickelt, der von den Myrons nicht zur Verteidigung, sondern zum Angriff eingesetzt wurde. Wie gesagt, auf der Erde war Nationalfeiertag, und das war die Gelegenheit überhaupt. Alle Raumschiffe der irdischen Flotte waren auf der Erde, also wurde jetzt der Schirm aktiviert und es konnte niemand mehr starten; durch den Schirm kam es auch zu einer Klimaveränderung. Jetzt brauchten die Myrons nur noch zu warten, bis alle Menschen dahingerafft waren, und der Planet Erde würde ihnen gehören.

Allein gegen alle!
Um die Erde zu retten, muss Kelly zum Planeten der Galrhimm fliegen, denn sie sind die einzigen, die den Feldgenerator vernichten können. Das Problem, das sich dabei ergibt ist, dass man seinen Hyperraumantrieb nicht benutzen kann, bevor man auf jedem Planeten den von den Myrons installierten Anti-Warp-Generator zerstört hat. Man sollte aber aufpassen, denn ein paar der Aufbauten sind Energiestationen, mit deren Hilfe man seinen Laser, Energievorrat und Schutzschirm refreshen kann. Natürlich ist das Ganze nicht so einfach, wie es sich anhört. Schließlich kann man davon ausgehen, dass die Myrons etwas dagegen haben, wenn jemand ihre für teures Geld installierten Aufbauten zerstört. Die grafische Präsentation von Warp ist recht gut. Man sieht im Draufblick, wie sich das Raumschiff über die Planetenoberfläche bewegt. Es gibt verschiedene Arten von Hindernissen. Bei manchen prallt man einfach ab, wenn man gegen sie fliegt, andere zerstören einem das Raumschiff, und wieder andere lassen sich durch einen gezielten Schuss aus dem Weg räumen. Bevor Sie den Anti-Warp-Generator zerstören können, muss erst das Schutzfeld, das ihn umgibt, ausgeschaltet werden. Dieses wird von ein paar Generatoren, die auf dem jeweiligen Planeten verteilt sind, erzeugt. Sollte man es geschafft und einen Anti-Warp-Generator zerstört haben, geht es durch den Warptunnel zum nächsten Planeten. Dieses ist keine Sequenz, in der der Spieler sich erholen kann, oh nein. Hier muss er innerhalb eines Zeitlimits den Tunnel in 3D-Kamikazemanier durchsteuern. Hat er es geschafft, gibt es Bonuspunkte, und der Spieler wird gefragt, ob er seinen Spielstand speichern möchte. Das kostet den Spieler allerdings 2500 Punkte.

Fazit
Warp ist ein recht gutes Spiel. Grafisch läuft der ST zu Höchstleistungen auf. Fließendes, flimmerfreies und schnelles 16-Wege-Scrollen habe ich bis jetzt noch nicht zu sehen bekommen. Gerade bei der Amiga-Version ist der Sound hervorragend. Aber auch auf dem ST kann er sich hören lassen. Spielerisch hat Warp mehr zu bieten, als ein simples Shoot'em Up, ich möchte fast sagen, dass man einen kleinen Schuss Strategie finden kann. Bei Warp wurde von vorne bis hinten mit Liebe programmiert.

(rg)

Amiga DOS

Man sollte es nicht für möglich halten - im Weltall darf mal wieder geballert werden.

Eigentlich ist alles so einfach wie immer: Die bösen Aliens bedrohen die Erde, ein Held wird verzweifelt gesucht und auch gefunden. Er braucht nichts weiter zu tun, als mal kurz auf zehn Planeten so ziemlich alles abzuknallen, was ihm dort den Weg zu den Kraftwerken und Anti-Warpgeneratoren versperrt. Hilfsmittel wie Karten und Energienachschub sind auf den Planeten zu finden. Ist eine Planetenoberfläche gesäubert, geht es durch Warptunnels weiter zu einem anderen Schauplatz, wo sich das Spiel mit leicht geändertem Outfit wiederholt. Nach den zehn erfolgreichen Missionen ist dem Helden die Ehre gestattet, sich als Retter der Erde in der Highscore-Liste zu verewigen.

Dass der Held wirklich gefunden wird, ist aber nicht ganz so sicher, dazu fehlt dem Spiel der nötige Pfiff. Die Parallax-Grafik mit multidirektionalem Scrolling ist technisch perfekt - was inzwischen eigentlich auch selbstverständlich sein sollte -, der Rest schwankt jedoch zwischen Durchschnitt und Darunter. Der Sound ist zwar erträglich, aber nicht sensationell, die Grafik zu nüchtern und lieblos und die Steuerung ganz einfach grauenvoll. Das Prinzip erinnert etwas an Spiele wie Fusion oder Quartz, weist jedoch nicht deren gute Eigenschaften in puncto Grafik, Sound, Motivation und Spielwitz auf. So quält man sich eher lustlos über die Planeten mit ihren diversen Hindernissen und durch die Warptunnels, ohne an ihrem Ende ein Licht zu sehen.

(Michael Anton/ hs)

SMASH/ ATARImagazin

Wieder einmal gibt es ein Spiel, bei dem es um die Rettung der Erde geht. Diese nicht ganz neue Idee findet sich in einem Game der brandneuen deutschen Softwareschmiede Thalion. Zur Vorgeschichte: Du hast am alljährlichen Feiertag zur Gründung der Weltregierung den allerneuesten Prototyp der Raumflotte geklaut. Als du aber siehst, wie die Myrons, eine kriegerische Robotzivilisation, gerade mal wieder die Erde erobern, kehrst du sofort um, um sie das Fürchten zu lehren. Zunächst sind die Kraftwerke der Myrons auf dem roten Planeten Mars zu zerstören. An manchen Stellen kann man eine Karte bekommen, auf der alle noch verbleibenden Ziele zu erkennen sind.

Das Game ist ein in 16 Richtungen absolut fließend scrollendes Shoot'em up in der Tradition von Goldrunner und Return to Genesis, bei denen allerdings nur in zwei Richtungen gescrollt wurde. Ich wage sogar zu behaupten, dass es bisher noch kein schnelleres und feineres 16-Wege-Scrolling auf dem ST gegeben hat. Hut ab! Schon der bombastische, sehr gut programmierte Vorspann machte mich neugierig. Das Titelbild bietet mit Sicherheit mehr als die ST-üblichen 16 Farben und auch die Musik ist sehr gut. Hinzu kommen einige faszinierende grafische Effekte, die mich so richtig gut einstimmten. Die Darstellung der Bodenobjekte erfolgt wie bei Goldrunner nur in vier Farben (das macht das Scrolling schneller), sieht aber trotzdem sehr gut aus. Die Sprites der Angreifer sind hübsch, aber nicht animiert. Dafür gibt es bei den Bodenobjekten ein paar nette Animationssequenzen. Insgesamt gesehen macht die Grafik des Spiels einen guten und ausgereiften Eindruck. Auch vom Sound her setzt Warp neue Maßstäbe auf dem ST. Die schon erwähnte Titelmusik ist teilweise digitalisiert; während des Spiels erklingt nur programmierte Musik, die aber gut gemacht ist.

Negativ fiel auf, dass auch mit einem 1-MByte-Rechner bei jedem Neustart des Games zweimal die Diskette gewechselt werden muss. Außerdem scheint die Sprite-Kollisionsabfrage (vor allen Dingen bei Bodenobjekten) noch nicht ganz ausgereift zu sein. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das aber nicht mehr so schlimm. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Erfahrene Spieler kennen sie schon aus Games wie Oids oder dem Oldie Ralley Speedway. Wer sich erst mal eingespielt hat, kommt ganz gut damit zurecht. Alles in allem kann man sagen, dass mit Warp jetzt wohl endgültig der Durchbruch für deutsche Programmierer auf dem internationalen Spielemarkt geschafft ist. Weiter so, Thalion!

Arnd Rosemeier

Amiga Special

Warp, so heißt das neue Ballergame von Thalion. Auch wenn die Idee nicht mehr die neueste ist, kann dieses Spiel trotzdem gut gefallen. In Sachen Scrolling und Geschwindigkeit macht es sogar den "großen" Ballerspielen einiges vor. Sie fliegen ein Raumschiff namens "Sunburst". Es ist das modernste der irdischen Raumflotte. Gehen Sie also vorsichtig damit um und bauen Sie keinen Schrott. Sie steuern Ihr Raumschiff in alle Himmelsrichtungen. Durch Bewegen des Joysticks nach vorn wird die Sunburst beschleunigt und durch Drücken nach hinten wird sie abgebremst. Die Steuerung erinnert stark an Space-Pilot, einen bekannten C-64 Oldie.

Sie müssen nun den Anti-Warp-Generator in jedem Level vernichten, da dieser den Weiterflug ins nächste Sonnensystem verhindert. Dieser Generator ist wiederum von Schutzfeldern umgeben, die Sie zuerst entfernen müssen. Nun gilt es, die Kraftwerke zu zerstören, welche die Schutzfelder mit Strom versorgen. War diese Operation erfolgreich, geht es auf zum Generator. Den gilt es noch schnell zu beseitigen und nun können Sie durch den Warp-Tunnel ins nächste Sonnensystem. Die einzelnen Bodenstationen und Einrichtungen sind in der Beschreibung ausführlich erklärt.

Insgesamt müssen Sie "nur" zehn solcher Sonnensysteme durchqueren, um die Schlusssequenz zu sehen. Auf diverse Extra-Waffen wurde verzichtet. Man hat lediglich zwei Waffen zur Auswahl. Sie haben einen Laser für die Bodengeschütze und Einrichtungen sowie die Bombe für schwere Bodengeschütze und Kraftwerke. Wenn Sie zu einem Rechenzentrum kommen, sollten Sie es vorsichtig beschießen, damit es nur leicht zu Bruch geht. Fliegen Sie nun über dieses Gebäude, so erscheint eine Karte der Landschaft, auf der Sie den Standort der restlichen Kraftwerke erkennen sowie deren Anzahl. Durch Drücken der Return-Taste kommen Sie in den Energiespeicher, den Sie geschickt einsetzen sollten - denn er ermöglicht Ihnen, Energie zu tanken. Sie können, wenn Ihnen z.B. die Kraft des Lasers zur Neige geht, Energie z.B. von der Bombe in den Hauptspeicher geben und nun wieder dem Laser zur Verfügung stellen. Teilen Sie sich aber Ihre überschüssige Energie gut ein. Sie haben auch noch die Möglichkeit, nach jedem Warp-Tunnel den Spielstand abzuspeichern. Wollen Sie jedoch einen hohen High-Score, sollten Sie das so selten wie möglich tun, da Sie dafür 2500 Punkte investieren müssen.

Auch wenn die Grafik nicht die beste ist: Scrolling und Geschwindigkeit sind zweifelsohne gelungen. Ein Lob auch dem starken Begleitsound, der dem Game noch den richtigen "Pepp" gibt. Also viel Spaß beim Ballern.

(MU)